Das Singen im Stillen Kämmerlein,
in der Badewanne oder "dezent" in der dritten Reihe des Gospelchors -
das ist selbstverständlich nett und bereichernd und hat gewiss seine Berechtigung.
Aber:
ein entscheidender Faktor des menschlichen
Kulturgutes Gesang ist:
Kommunikation!
Die Entscheidung für etwas so exklusives und besonderes wie Gesangsuntericht, der Wunsch, seine sängerischen Fertigkeiten, Talent, Musikalität, Wohlklang, Ausdruck usw. zu optimieren, ist auf jeden Fall anerkennenswert!
Seinen eigentlichen Sinn und seine ganze Kraft aber entwickelt das Singen erst mit dem lauschenden Gegenüber, das "angesungen", berührt, unterhalten, angeregt werden kann!
Der Sprung in's kalte Wasser – in unserem Fall auf die XanxStudioBühne und vor's Publikum – ist nicht nur der Anlass, ein Stück bis zur "Aufführungsreife" zu trainieren, möglichst inklusive des szenischen Zusammenhangs, auswendig und
– im Rahmen des Möglichen –
mit angemessenem körperlichem Einsatz, bühnentauglich, also schauspielerisch dargeboten, bzw. szenischem Bewegungsablauf/"Choreographie".
Solch ein kleiner Auftritt kann das Selbstbewusstsein und den Spaß am Singen sehr viel vehementer voran bringen als viele Jahre intimen Übens...
Wenn gerade unser Genre-Schwerpunkt, das Musical oder auch Pop/Rocksongs "nur" als Übematerial benutzt werden, besteht die Gefahr, dass die Musik auf Dauer ihren Zauber verliert. Der Interpretation geht irgendwann der Esprit aus, wenn sie nicht (wenigstens ab und zu) für jemanden dargeboten wird!
Das Wissen um den Inhalt eines Gesangsstückes
das Bewußtsein der "Rolle", Text und Zusammenhang,
ist elementar für die emotionale Identifikation
und damit eine glaubwürdige Umsetzung.